Opal aus Honduras

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Bei den Opalsuchern auf Honduras

Ein Reisebericht von Michael Vogt, Isernhagen

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Vor vielen Jahren haben mein Interesse an Opalen sowie Literaturstudien mein Augenmerk auf Honduras gelenkt. Leider war es mir viele Jahre nicht möglich, irgend etwas Konkretes über Honduras und seine Mineralien, insbesondere die Opale herauszufinden. Die Literatur gab nur spärliche, allgemein gehaltene Hinweise, keine genauen Beschreibungen der Örtlichkeiten, die
amerikanischen Kollegen verfielen in ein übereinstimmendes Wehklagen, wenn ich sie auf Honduras ansprach, wie gefährlich dieses Land doch sei, man würde unter keinen Umständen, um keinen Preis dorthin fahren wollen, es gäbe ja auch mindestens 100 Entführungsfälle pro Jahr
...
Daraufhin versuchte ich über die Botschaft, Industrie- und Handelskammer usw. an Kontakte und Informationen zu kommen, erfolglos, bis ich mich im Frühjahr 2002 entschloß, selbst einmal
vor Ort nach dem Rechten zu sehen.

 

Durch Zufall bekam ich dann einige Tage vor der geplanten Abreise doch Kontakt zu einem Hondüraner, der in Deutschland studiert hatte, und mittlerweile ein guter Geschäftspartner ist. Er organisierte für mich und einen Freund, der mich begleitete, ein Auto samt Fahrer, und einen
einheimischen Geologen.

Waffen und Wachleute

Wir landeten am Mittwoch, den 24. Mai 2002 in San Pedro Sula, der größten Stadt im Norden von Honduras. Unser Fahrer holte uns vom Flughafen ab und brachte uns in ein Hotel im Stadtzentrum. Was mich dort irritierte, war der Hinweis, daß in der Bar keine Waffen erlaubt sind. Wir suchten später draußen ein Restaurant, weil das hoteleigene schon geschlossen war. Dabei wunderte es mich, daß die Straßen fast menschenleer waren, doch hielt sich in jeder Straße eine Horde bewaffneter Jugendliche auf. Einer fragte, was wir hier wollten, und erklärte, daß sie hier aufpassen würden - als Fremde wären wir aber willkommen. Doch zumindest tagsüber ging es einigermaßen geordnet zu, wofür auch die zahlreichen
bewaffneten Wachleute vor jeder Bank, vielen Läden und fast allen Restaurants sorgten. Leider hatte ich die Reise terminlich nicht anders als in die Hauptregenzeit legen können, und so fuhren wir durch „Wassermassen" aus der Stadt hinaus, erst durch tropisches Kulturland, dann Regenwald und endlich gebirgiges Gelände, durch das Gottseidank ein gut ausgebauter Highway zur Hauptstadt Tegucigalpa führt.

 

Gold und Silber

Das war zur Blütezeit des Bergbaus anders: Als vor 100 Jahren Hunderte von Minen abgebaut wurden, konnte ein Transport von der Küste zur Mine oder zurück unter Umständen bis zu vier
Wochen dauern. So ist auch die reichste Mine des Landes, El Rosario, unter schwierigsten Bedingungen eingerichtet worden. Wie ich einer alten Minenzeitschrift aus den USA entnehmen
konnte, richtete der damalige Präsident SOTO um 1879 in Honduras eine Minenaufsichtsbehörde ein, deren Berichte speziell in den USA in Umlauf waren.
Daraufhin wurde von einer nordamerikanischen Interessengruppe ein Bergbauingenieur namens WENDERKINCA angeheuert, der sich in Honduras umsehen sollte. Er wurde dort zur Begutachtung des Gold- und Silbererzvorkommens El Rosario eingeladen, das dem Präsidenten und einem General zusammen gehörte. Der Nordamarikaner machte seine Feldarbeit, nahm Erzproben von bis zu 1,8 Unzen Gold und 8 Unzen Silber pro Tonne aus Gesteinen der Mine, das die Spanier zu früheren Zeiten verschmäht hatten, und ging